Geschichten aus dem

NAW

Gedicht

Dipl.-Ing. Hans Wunder (a. D.)

Gedicht eines Ehrenamtlichen als Lobgesang auf Herrn Wunder

Gedicht eines Ehrenamtlichen als Lobgesang auf Herrn Wunder, Geschäftsführer des NAW von Juli 1969 bis März 1999

(Anm. der Redaktion: 1999 war die alte Rechtschreibung gültig)

Lieber Herr Wunder !

Es war im Jahre Siebzig wohl

als man nach Normer's Sitten

was nicht sein darf und was sein soll

mit ernster Miene hat bestritten.

Da saßen beisammen dann Jahr für Jahr

In mehr oder weniger Harmonie

Der weisen Normer eine Schar

Und sprach über’s Wo und Wie.

Es waren Männer von hohem Rang,

Ingenieure, Professoren und Beamte,

deren Namen wohlfeil klang

jeder, der sie irgendwie kannte.

Es ging um Material und Volumina,

um Schlitze und Überfallkanten.

Wo sollen sie sitzen? Hier oder da?

Der Deckel, der Einstieg und die Spanten,

von vorne der Zulauf, den Ablauf nach hinten?

So kamen die Männer gar bald in’s Schwitzen,

mußten sie doch die Lösungen finden!

Und so sah man sie manches Mal irgendwo sitzen,

bis schließlich man fand des Columbus Ei,

und sie zauberten nach harter Arbeit dann

DIN zweiundvierzig einundsechzig herbei.

Das gefiel dem Normenausschuß-Wasser-Mann,

und Hans Wunder lobte die Tat,

jedoch mit leicht erhobenem Finger.

Weil man leider vergessen hat

daß seit Neuestem diese  Dinger

nicht nur mechanisch wirken sollten;

es müsse nun auch biologisch  sein!

So stiegen die Männer, auch wenn sie nicht wollten,

erneut in die mühsame Arbeit ein.

Erschwerend kam dann noch hinzu

der Wasserwirtschafts-Beamten Zweifel:

Ob diese Dinger denn notwendig partout?

Da sollten Zentrale Anlagen besser greifen!

Doch was ihnen schließlich geholfen hat,

nach langem Streit bei offnem Visier,

war die Vernunft dann in der Tat, man einigte sich beim Glase Bier.

 

So entstand KKA-Norm zwei,

und die Männer waren sichtlich froh

ob dieser schönen Friedenstaten.

Auch Hans Wunder schien es so,

bis schließlich Leute Zweifel hatten:

Ob diese beiden Wunderdinger

nun wirklich auch ihrWunder tun,

wenn sich da ungeübte Finger

schlecht oder garnicht kümmern drum?

Um zu vermeiden dies Malheur

nahm man erneut Stift und  Papier

und stellte dann ganz schnell noch her

für den Betrieb Blatt Drei und  Vier.

Die Männer waren 's jetzt zufrieden,

und Hans Wunder konnte sagen:

"Jetzt werden gebaut und sicher betrieben

nur noch genormte Kleinkläranlagen."

 

So begleitete ich, meist konform,

über zwanzig Jahre diese Norm.                                          September 1969 bis Mai 1990

Und wenn ich mal nicht weiter fand,

Hans Wunder ging mir stets zur Hand.

 

Und dann gibt es da den Beirat noch,

der auch mal auf mein Wort gehorcht.                                  Juli 1974 bis Juli 1977

Ich dient' dem NAW drei Jahr,

Hans Wunder stets zur Stelle war.

 

Noch einmal sollt' ich schließlich ran.

DIN vierzig fünfundvierzig war dann dran.                            Januar 1982 bis Dezember 1990

Auch bei des Abwassers Normbegriffe,

Hans Wunder kam uns stets zur Hilfe !

 

Ach könnten wir doch noch einmal

zusammen mit Hans Wunder sitzen !

Wir klöhnten von Vergangenheit

beim Glase Bier und vielen Witzen

Dipl.-Ing. Hans Wunder

Herr Wunder war von 1969 - 1999 Geschäftsführer des Normenausschusses Wasserwesen

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