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NAW

Umfrage & Lieblingsnorm DIN 1988-1 bis -8 und DIN 2000

Dipl.-Ing. Wolfgang Prüfrock (a. D.)

DIN 1988-1 bis-8 , Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen (TRWI) Ausg. 1988 und DIN 2000, Leitsätze für die zentrale Trinkwasserversorgung Ausg. 2000

Was ist Ihre Lieblings-Norm

Zu meinen Lieblingsnormen zählen

DIN 1988-1 bis-8 Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen (TRWI) Ausg. 1988 und

DIN 2000 Leitsätze für die zentrale Trinkwasserversorgung Ausg. 2000

Was verbindet Sie mit dieser Norm?

Von 1972 bis 2007 war ich als Mitarbeiter des DIN/NAW hauptsächlich für die Betreuung der Arbeitsausschüsse des FB IV "Wasserversorgung" zuständig. Die Mitarbeit an diesen Normen war sehr abwechslungsreich, einigen der ehrenamtlichen Experten bin ich bis heute freundschaftlich verbunden.

Was gefällt Ihnen an dieser Norm besonders gut?

Beide Normen haben eine lange Tradition und eine große Bedeutung für die Gesundheit der Menschen, insbesondere  im hochindustrialisierten und dicht besiedelten Deutschland. Das i-Tüpfelchen für die seinerzeitigen Fachgremien und für mich war der Umstand, dass es gelang, die DIN 1988 im Jahr 1988 und die DIN 2000 im Jahr 2000 zu veröffentlichen.

Gibt es eine Normungssitzung, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist (z. B. spektakulärer Ort, Ausflug etc.)?

Diverse Sitzungen in vielen europäischen und überseeischen Ländern (z. B. USA, Japan, Kanada, Südafrika) waren eine große Bereicherung in meinem Berufsleben.

Haben Sie eine interessante Geschichte/Anekdote oder Erfahrung im Zusammenhang mit der Normungsarbeit?

Zwei Geschichten aus der Gremienarbeit:

Normen werden von Menschen zum Wohle und Nutzen der Mitmenschen erarbeitet. Viele kleine Geschichten, Komödien und gelegentlich auch Tragödien begleiten diese Gemeinschaftsarbeit. Zwei davon will ich hier ausplaudern.

1) Auch Morpheus begleitet die Normungsarbeit

Auf einer Sitzung in einem kleinen Hotel in der historischen Böttcherstraße in Bremen, es ging um die Sicherung und Gestaltung oberirdischer Fließgewässer, kam die Fachdebatte nach der Mittagspause etwas ins Stocken. Alle schauten erwartungsvoll auf den Obmann, dessen Kopf jedoch auf die Brust gesunken war und der dezente Schnarchgeräusche von sich gab. Keiner wagte seinen Schlummer zu stören. Er wachte nach einigen Minuten auf, blickte unschuldig in die Runde und fragte: "Habt ihr was beschlossen?"

Wer hier den Schluss ziehen will, Normung wäre eine verschnarchte Angelegenheit liegt aber falsch, da ich eine derartige lustige Begebenheit in meiner Zeit beim DIN nur einmal erleben durfte.

2) Not kennt kein Gebot oder: In begründeten Fällen darf von der Norm abgewichen werden

Auf einer Sitzung über die qualitative Hydrologie bei einem limnologischen Institut am Bodensee gab es eine Exkursion auf den See mit dem kleinen Probenahmeboot des Instituts. Der Gastgeber bot selbst gekellterten Apfelwein an, dem eifrig zugesprochen wurde. Einer der Herren überschätzte seine Speicherkapazität und musste großer innerer Not gehorchend und unter Missachtung der Normen über die Ableitung und Reinigung kommunaler Abwässer die Direkteinleitung praktizieren. Spott und Mitgefühl der Zeugen hielten sich die Waage.

Viele andere und wichtigere Begebenheiten verblassen im Nebel des Vergessens, aber solche Geschichten hat man immer parat, wenn es heißt : "Opa, erzähl mal von früher".

Für die Zukunft:

Haltet zusammen liebe Damen und Herren des NAW, bleibt gesund und freut euch auf bessere Zeiten im neuen Haus in der Burggrafenstraße.

Ich glaube, für den NAW wird die größte Herausforderung in der Zukunft die weitere Digitalisierung aller Arbeitsabläufe und die Erarbeitung hilfreicher und wirksamer Normen zur Bewältigung des Klimawandels und seiner Folgen für die Wasserwirtschaft sein.

Dipl.-Ing. Wolfgang Prüfrock (a. D.)

Dipl.-Ing. Wolfgang Prüfrock war NAW-Geschäftsführer von 1999 bis 2007.

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