Geschichten aus dem

NAW

Umfrage & Lieblingsnorm DIN 38415-3 equivalent zu ISO 13829

Prof. Dr. Peter-Diedrich Hansen

DIN 38415-3, Wasserbeschaffenheit - Bestimmung des erbgutverändernden Potentials in Wasser und Abwasser mittels umu-Test

Was ist Ihre Lieblings-Norm (Norm-Nr., Titel, Ausgabe)?

DIN 38415-3 / ISO 13829 “Wasserbeschaffenheit - Bestimmung des erbgutverändernden Potentials in Wasser und Abwasser mittels umu-Test“ / „Water quality - Determination of the genotoxicity of water and waste water using the umu–test“

Was verbindet Sie mit dieser Norm?

Es war für mich der Einstieg in die Gentoxizität als interessanter Parameter in der Abwasserbewertung.

Was gefällt Ihnen an dieser Norm besonders gut?

Die einfache Duchführbarkeit, weltweite Verbreitung und die Eignung des Prüfsystems, es im Umweltmonitoring als Bio-analytisches System oder als Biosensor zu verwenden.

Wie lange sind Sie schon in der Normung dabei?

Seit der Gründung des DIN UA 12 (jetzt DIN UA 7) „Suborganismische Testverfahren“ im Jahr 1989 auf Betreiben des BMU (Dr. Dinkloh). Die erste Norm, die in diesem Unterausschuss erarbeitet wurde war DIN 38415-1, der Cholinesterase-Hemmtest.

Gibt es eine Normungssitzung, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist (z. B. spektakulärer Ort, Ausflug etc.)?

Besonders spektakulär waren immer die Orte und die Treffen in Verbindung mit ISO/TC 147 „Water quality“. Hier insbesondere das Treffen in Cocoa Beach in Florida USA in der Zeit vom 11.5-16.5.2002 mit Ausflügen zur NASA nach Cape Canaveral. Der Ausflug sollte für die Normungsarbeit im DIN UA 7 AG Immuntoxizität nicht ohne Folgen bleiben.

Haben Sie eine interessante Geschichte/Anekdote oder Erfahrung im Zusammenhang mit der Normungsarbeit?

Gemeinsam mit Prof. Hock (TU München und Mitglied in den DIN UA 7 AKs „Endokrine Wirkungen und Immuntoxizität“) haben wir auf einem Bierdeckel ein Forschungsvorhaben zur Erfassung der Immuntoxizität in der Schwerelosigkeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) entworfen. Das später ausformulierte Forschungsvorhaben wurde von der NASA mit 85 von 100 Punkten mit „exzellent“ bewertet. Die abschließenden Experimente wurden auf der ISS in 2016 und 2018 durchgeführt - das Vorhaben (TripleLux A und B) hat uns also nach dem Normungstreffen in Cocoa Beach noch weit mehr als 10 Jahre intensiver Laborarbeit mit dem Ziel der späteren Experimente auf der ISS beschäftigt und viele wissenschaftliche Ergebnisse geliefert!

Was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit mit den DINern des NAW und was wollten Sie diesen schon immer mal mitteilen?

Die DINer des NAW waren immer hilfsbereit und insbesondere lösungsorientiert, um in mühevoller Kleinarbeit den Ideenreichtum der Mitglieder den richtigen Weg hinsichtlich Terminologie und Struktur im Sinne einer verständlichen und anwendungsorientierten DIN-Normung zu weisen.

Was glauben Sie wird in der Zukunft die größte Herausforderung für den NAW sein?

Prüfverfahren bzw. wirkungsbezogene Testverfahren im Niedrigdosisbereich.

Haben Sie vielleicht einen Fachbeitrag zur Bereicherung unserer Festschrift und wenn ja, zu welchem Thema?

Die Normungsarbeit zu meiner Zeit als Obmann des DIN UA 12/ UA 7 findet sich wieder in dem Kapitel 8.2 „Unerwünschte Wirkungen“ des Standardwerkes Höll Wasser, 10. Auflage, 2020.

No items found.

Mehr Geschichten aus dem NAW